Japantag 2008
16.06.2008 10:27
Eingestellt von manu
Am Samstag, den 14.06.2008 war es wieder soweit. Düsseldorf wurde Treffpunkt von über 700.000 Anime, Manga, J-Rock und Japan Fans. In den folgenden Zeilen könnt ihr nachlesen wie der Tag für mich persönlich gelaufen ist. Auf der Seite Goraku.de werde ich wohl später einen allgemeinen Bericht schreiben.
Getroffen haben wir uns am Hauptbahnhof um gemeinsam unsere fahrt nach Düsseldorf anzutreten. Als später noch zwei hinzustiegen war unsere kleine Gruppe aus 6 Leuten komplett.
In Köln kamen dann auch noch weitere Personen hinzu, die ich persönlich nicht kannte. Glücklicherweise trennten sich unsere Wege allerdings wieder am Düsseldorfer Hauptbahnhof.
Von dort aus ging es natürlich erst einmal in die Immermannstraße, den japanischen Geschäften einen Besuch abstatten. In einem der Geschäfte sind mir die Best of Alben A Best 2 - Black und White von Ayumi Hamasaki ins Auge gesprungen. Allerdings waren mir dann die je 20 € für die taiwanesische Version (Hinten stand zumindest "für Taiwan hergestellt" oder so was in der Art drauf) doch zu viel.
Dafür hatte ich den Weekly Playboy entdeckt. In einer der aktuellen Ausgaben waren ja Fotos von Morning Musume Mitglieder Takahashi Ai und Tanaka Reina zur High-King Promotion abgedruckt. Eigentlich bin ich hinter den Artikeln aus Magazinen ja nicht so hinterher, muss sie also nicht unbedingt haben. Aber wenn ich schon mal die Chance habe, warum nicht?! Schließlich sind die Fotos echt heiß! Zu dumm, dass ich nicht mehr wusste welche Ausgabe und habe schließlich aus einer 50/50 Chance natürlich die falsche erwischt. Das eingeschweißte Magazin hatte ich zuerst zu Hause geöffnet. Jeder halbwegs intelligente Mensch hätte es vorher geöffnet um dann sich dann noch das andere zu kaufen. Vielleicht wären ja auch beide falsch gewesen, denn auf beiden Covern konnte ich jetzt nichts mit High-King, 高橋愛 oder 田中れいな ausmachen. Obwohl ich die Bilder als Jpeg auf meinem PC habe wäre es trotzdem toll gewesen die Originale zu haben.

Was soll's.
(Btw: Habe gedacht im Weekly Playboy gibt es keine Nackten?! Und seit wann ist das Abbilden der Schamhaare in Japan erlaubt?! Das ist mir erst jetzt bewusst aufgefallen. Naja... zurück zum Japantag ^^)
Im zweiten Geschäft habe ich mir ein Melonen- Stangeneis gekauft, dass sehr begehrt zu sein schien. War giftgrün, mit 80 Cent günstig und recht lecker, aber nichts was ich unbedingt haben müsste.
Schade, dass es in den Geschäften immer recht eng ist. Will man sich was im Regal anschauen blockiert man auch schon den ganzen Weg. Erst recht mit Rucksack.
Und kann mir einer erklären was es mit den ganzen DVDs und Videofilmen auf sich hat? In zwei Geschäften fanden wir scheinbar selbstgebrannte DVDs. An der einen Wand schien auch so eine Art Chartstabelle mit Fotos von Frauen zu hängen. Drauf stand unter Anderem irgendwas mit Newcomern usw. Sehr dubios, wie ich finde.
Als wir uns dann zum Rheinufer aufmachen wollten fing es natürlich an zu regnen. Nach kurzem unterstellen flüchteten wir in die U-Bahn. Bei Nachfrage beim Security und Service Personal, ob unser 'Schönes Wochenende' Ticket auch für die U-Bahn gilt bekamen wir erst einmal ein Schulterzucken bis die Zentrale dann grünes Licht gab.
Irgendwie haben wir uns dann doch zu Fuß auf den Weg gemacht, nachdem uns der freundliche Mann vom S&S so nett den Weg erklärt hatte.
Etwas durchnässt sind wir dann angekommen. Durch den inzwischen langsam nachlassenden Regen war natürlich nichts los. Außer den Essensständen hatten sich alle zurückgezogen. Aber da wir eh Hunger hatten war das eigentlich Perfekt. Trotz des reichhaltigen Angebotes an unterschiedlichen Mahlzeiten wollte sich keiner etwas kaufen. Wir endeten dann im Subway, da wo man jeden Tag hin essen gehen kann. Aber gut, zumindest saßen wir im trockenen.
Der Verzehr meines 'Meatballs' erinnerte mich daran, dass ich mir mal geschworen hatte nie wieder einen 'Meatball' zu essen. Nicht nur, dass mir das essen durch zerfallen des Brotes schwer viel, sondern das Sandwich machte sich auch noch den ganzen Tag bemerkbar. Dabei gehe ich so ungern auf öffentliche Toiletten. Vielleicht lag es ja auch an meiner Erkältung, die durch den Regen ja auch nicht besser wurde.
Einigermaßen aufgewärmt und trocken ging es wieder Richtung Rhein. Auf dem Burgplatz musizierte der japanische Kindergarten gerade Pecori Night.
Wir entschlossen uns dann aber uns noch ein wenig umzuschauen.
Entlang dem Rheinufer gab es Zahlreiche Stände mit allem was man an Japan so kennt:
Bonsai, Ikebana, Origami, Taiko Trommler und noch viel mehr.
Auch kleine Spielchen, die man von japanischen Festen kennt, waren dabei.
Bei einem musste man zum Beispiel mit Wasser befüllte Ballons aus dem Wasser fischen. Dieses Spielzeug konnte man sich auch ohne Mühe für einen Euro kaufen. Das Gummiband um den Finger gewickelt, kann man den Ballon dann "rumdotschen".
Das Fischefangen (Kingyo-sukui) mit einem "Papierfächer" (genant Poi) war auch dabei. Nur da man in Deutschland wahrscheinlich 142 Anträge mit je 751 Seiten ausfüllen müsste, da es sich ja um lebendige Tiere handelt, hat man einfach Plastikfische genommen. Der Sinn ist dahin da es nur noch darum ging die nicht gerade beweglichen Möchtegernfische auf den Plastikrand des Poi zu balancieren.
Inzwischen nur noch zu Fünft machten wir uns auf den Weg zurück in die Immermannstraße um da 'Kirin' Bier zu kaufen. Danach setzten wir uns gemütlich in ein Café. Warum ich mir bei dem Wetter gerade einen 'Schoko Frappé' bestellte anstatt eine schöne heiße Schokolade ist mir immer noch ein Rätsel. Zumindest bekam ich für die (eigentlich kurze) Wartezeit einen Schokocroissant geschenkt. Ich habe wahrscheinlich wieder total dämlich dreingeschaut als der Typ mich fragte "Kannst du fangen?" und mir dann das Croissant zuwarf. Normalerweise greife ich bei so Aktionen durch mein nicht gerade ausgeprägtes räumliches Sehvermögen daneben. Aber diesmal hatte es geklappt.
Da man das Feuerwerk logischer Weise nicht sehen kann, wenn man in einem Café hockt, ging es erneut zum Rheinufer. In der Nähe des Samurailagers setzten wir uns dann hin, tranken unser Bier, wunderten uns über die ganzen "Free Hugs" Schilder (wenn mir da einer bitte den tieferen Sinn erklären würde...) und schauten der Polizei bzw. dem Abschleppdienst beim Autoknacken zu.
Da Bier scheinbar ohne große Umwege direkt in Blase fließt mussten wir erst mal auf die Toilette. 40 Cent Eintitt für 6 (oder 8?) Pissoirs auf ca. 2 m². Man musste sich praktisch auf das Pissoir stellen damit einer durch konnte. Warum die Klofrau allerdings 40 Cent abverlangt bleibt mir ein Rätsel.
Kurz vor 23 Uhr suchten wir uns einen schönen Platz um das Feuerwerk zu sehen.
Dieses fing pünktlich an und hörte sich echt toll an und die ersten 10 Minuten sahen auch toll aus. Danach mussten wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof machen, da der letzte Zug um 23:41 fuhr. Also bekamen wir nur die Detonationen zu hören, die sich für mich wie höhnendes Gelächter anhörten. Ist echt deprimierend zu hören was da alles abgeht, man aber nichts davon sieht.
Wir hatten es eilig, teilweise rannten wir. Zug verpassen hieß bis ca. 3 Uhr auf den nächsten warten und das hieße neue Karte ziehen, da unsere nur bis 3 Uhr gilt. Dank unseren plötzlich auftretenden Farbblindheit was Ampeln angeht und unseren Laufens bekamen wir noch rechtzeitig die S-Bahn nach Köln. Unterwegs hatten wir uns kurz noch bei dem rumstehenden Ordnungsamt informiert, ob wir denn überhaupt auf dem richtigen Weg sind.
Im Zug sitzend machte sich das zweite Bier bemerkbar und der Meatball wollte auch wieder ein Wörtchen mitreden.
In Köln hatte ich ja 10 Minuten Zeit um das WC aufzusuchen. Denn dann kam schon der Zug in Richtung Heimat.
Ich durfte ganze 1,10 € für die Benutzung der Toilette hinlegen. Hätte ich nur das Bier loswerden wollen, wäre ich mit 60 Cent billiger davon gekommen.
Relativ knapp bestiegen wir endlich den Zug. Alle waren halb am pennen und alle waren froh als sie endlich aussteigen konnten und so gut wie daheim waren.
Auch ich war froh endlich in mein Bett zu fallen. Am Tag danach war ich K.O. Nicht nur meine Erkältung macht mir bisschen zu schaffen, sonder vor Allem die Beine. Bin langes laufen nicht mehr gewöhnt. Sollte wohl mehr für meine Fitness machen...
Wie dem auch sei: Es war trotz Allem sehr lustig. Schade das die Organisation mit dem Feuerwerk ein Witz ist. So verpassten wir den Höhepunkt des Japantages. Sonderzüge wären wohl angebracht. Schließlich ist das nicht unbedingt eine kleine Veranstaltung.
Zum Schluss geht mein Dank natürlich in erster Linie an meine Mitstreiter. Mal sehen wer davon nächstes Jahr wieder mit dabei ist.
Weiterer Dank geht an die netten Leute aus Düsseldorf: Das Security und Service Team der U-Bahn, Personal der Geschäfte, Ordnungsamt und natürlich die Bevölkerung.
Und natürlich Dank an alle, die all das hier gelesen haben. :-)
Vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr auf dem Japantag 2009!
Gehabt euch Wohl,
euer PuppetMaster (Manu) ;)
